Die erste Woche ist vorbei

Die erste Woche ist vorbei

Lesezeit ca. 2 min

Geschafft! Meine erste Woche bei Amazon neigt sich dem Ende entgegen und ich merkte bereits zu Beginn des angebrochenen Freitags, dass meine Kräfte mich langsam aber sicher verlassen. Körperlich würde ich mich als durchaus fit bezeichnen, ich mache viel Sport und bewege mich regelmäßig. Die dauerhaft lange Arbeitsstrecke die man hier täglich absolvieren muss – es ist die Rede von 15 bis 20 km täglich – hinterlässt Spuren, auch bei mir. Naja, jetzt ist es geschafft und am Wochenende heißt es Energie tanken. Zumindest bin ich jetzt vorbereitet auf das, was nächste Woche kommen wird – hoffe ich zumindest.

Rückblickend auf die erste Woche kann ich sagen, nach dem Kennenlernen am Montag, sind wir im Prinzip sofort ins Geschäft eingestiegen. Die einzige Variation gab es hinsichtlich der Arbeitsbereiche, die untergliedert ist in „Sortables“ (Klein- und Kleinstteile, die in Regalfächer und Schubladen einsortiert werden), „Media“ (flache und hohe Teile wie Kalender, Bilder und Besen, Stoffrollen), „Hazmat“ (abgeleitet von hazardous materials, also Gefahrgut), „600er“ (kleine bis mittelgroße Pakete), „1200er“ (mittelgroße bis große Pakete) und Teamlift (schwere Pakete über 15 kg). Wir waren an jedem Wochentag woanders bzw. dort wo am dringendsten Manpower benötigt wurde. Zum Schichtbeginn brieft uns die Area Managerin jeden Morgen über das Tagespensum das es zu schaffen gilt – bisher schwankte dies zwischen 40.000 und 70.000 Artikeln pro Tag – und dann geht es auch schon los. Abwechslungsreich ist anders und man sieht in vielen Gesichtern einen Ausdruck von Resignation stehen. Zudem wurde bereits angekündigt, dass während des Weihnachtsgeschäfts an zwei Samstagen pro Woche die Verpflichtung besteht zu arbeiten. Bereits jetzt hängen Listen aus für freiwilligen Samstagsdienst, der von etwa einem Drittel der Schicht wahrgenommen wird.

Am Freitag wurden zudem alle „New Hires“ einer ersten Begutachtung unterzogen. Eine Mitarbeiterin hat jeden von uns ein Stück begleitet, während wir Pakete „eingestowed“ haben. Kommentarlos wurde wir für eine Weile lang beobachtet und danach hat sie uns gezeigt was wir besser machen können, bzw. was falsch gemacht wird. In der Tat hat sie mir ein paar gute Tipps gegeben. Für die kommende Woche wurde bereits eine zweite Begutachtung angekündigt. Darauf bin ich schon gespannt, denn die aktuellen Performance-Zahlen (also wie viele Artikel pro Stunde von uns eingelagert werden) hat keiner von uns erhalten. Unser Instructor hat darauf keinen Zugriff, schätze meine Leistung aber als „gut“ ein – für die erste Woche.

Durch den Scanner ist jeder Mitarbeiter transparent und kann ohne Schwierigkeiten überwacht werden // Foto (c) Amazon

Was meint Ihr, wie sieht die Strategie des Managements aus um unsere Performance zu überwachen? Durch den Scanner geben wir nämlich Daten in Echtzeit ans System weiter und stehen damit quasi unter ständiger Beobachtung! Bleibt hier der Datenschutz und das Persönlichkeitsrecht auf der Strecke?

Hallo. Ich bin Daniel und berichte hier über meine Erfahrungen als Amazon Versandmitarbeiter, angefangen beim Vorstellungsgespräch bis hin zur den verschiedenen Aufgaben und Tätigkeiten im Amazon FC in Pforzheim. Ich freue mich über jeden Kommentar und beantworte gerne Eure Fragen zu meinem neuen Job.

7 Gedanken zu “Die erste Woche ist vorbei

  1. Hi Daniel,

    Ich habe ebenfalls schon als Versandmitarbeiter gearbeitet (als Picker). Bei mir lief es ganz ähnlich ab, zu dem was Du so schreibst. Ich war insg. vier Wochen in Leipzig während der Semesterferien tätig. War z.T. auch zäh, aber man kommt hin… 😉

    • Hallo Florian,

      Ich denke wenn man die Zeit absehen kann, die man dort „monoton“ verrichtet, hilft einem das Bewusstsein des Jobwechsels sicher weiter… nach einer Woche habe ich mir bereits Gedanken gemacht, dass ich solch einen Beruf mit der aller größten Sicherheit nicht bis zum Rentenalter ausüben möchte. Jedoch ist das ein Luxusproblem meinerseits, andere Leute . mit schlechteren Perspektiven – haben keine große Wahl und müssen zum Teil auch bangen, nicht einfach weg-rationalisiert zu werden.

      Viele Grüße,
      Dani

  2. Wo ist denn eigentlich das Impressum dieser Site?
    Ich hab’s jedenfalls nicht entdecken können.
    Insgesamt habe ich den Eindruck, dass hinter der Sache Amazon selbst steht und so etwas sein Image versucht aufzupolieren. Als Privatinitiative überzeugen mich weder die Texte (und die angegebene Motivation, sowie die Frage des Betriebsgeheimnisses) noch die Aufmachung (einfach ZU professionell).

    • Hallo Peter,

      Das Impressum findest Du hier (https://www.amazon-experience.info/impressum/ ), es erscheint unter dem Stichpunkt „Über mich“ – wenn Du auf den kleinen Pfeil klickst, genau wie der Datenschutz. Ich habe nichts zu verbergen.

      Deine Kritik nehme ich gerne an, wobei mir „ZU professionell“ eher als Kompliment schmeichelt. Ich erstelle und hoste Webseiten schon über 20 Jahre, daher vielleicht der professionelle Eindruck.

      Amazon nimmt weder inhaltlich noch finanziell Einfluss auf meine Texte. Ich versuche lediglich zu beschreiben, wie es mir bisher dort ergangen ist – unabhängig und unvoreingenommen. In meinem Arbeitsvertrag habe ich bezüglich des Betriebsgeheimnisses recherchiert und bin über keine Klausel gestoßen, gegen die ich hier verstoße.

      Inwiefern findest Du denn meine Authentizität kompromittiert?

      Viele Grüße,
      Daniel

      • Hallo!
        Ich sag jetzt einfach mal ‚Danke!‘ für deine Reaktion und die Veröffentlichung meines statements. – Ich würde sagen, da lassen’s wir mal dabei … – Ciao!

        • Hallo Peter,

          Kein Ding. Über Feedback kann sich der Blog ja nur verbessern und Kommentare sind dazu da, Meinungen auszudrücken. In jedem Fall danke dafür.

          LG,
          Dani

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